September

 

1.9.06

Gut gehts. Das kann ich nicht anders sagen.

Lediglich der Salat macht mir noch Probleme. Rohkost scheint mein Verdauungssystem im Moment nicht zu wünschen. Ich fühle mich furchtbar voll danach, nicht so, als wäre alles in Ordnung.

Nach der Suppe vom Abend fühlte ich mich frisch wie selten. Hätte aber mehr davon essen sollen, mußte mitten in der Nacht zur Vollkornteilchentüte greifen. Kein Problem. War lecker und hat den Schlaf gefördert.

Das erste der zugelegten Urlaubskilos ist schon wieder weg.


5.9.06

Nun läuft es schon wieder gänzlich anders. Ein paar Tage im gewohnten lebensförndenden Stil, und das Leben bedankt sich mit guter Laune und guter Form, die es mir schenkt. Keine Müdigkeit mehr nach dem Essen, keine Heißhungeranfälle zwischendurch, und wenn ich zur guten Nacht noch ein Vollkornteilchen einschiebe, hat das keinerlei negative Konsequenzen beim Gang auf die Waage. So machts Spaß.


6.9.06

Im Moment habe ich Lust auf Obst, vor allem auf tropische Früchte. Das nutze ich kräftig aus. Gestern gabs Ananas und Papaya - ein Riesenteil, das Edeka da verkauft hat.

Und schon fällt mir wieder ein, was die Obstfresserei so schwierig macht. Es tut zwar unglaublich gut, den Tag mit zwei Obstmahlzeiten zu beginnen, aber wenn ich dann umsteige auf andere Nahrung, falle ich in einen Freßrausch. Es sei denn, ich verkneife es mir bis kurz vor dem Zubettgehen, futtere zwei Mozzarella und sehe zu, daß ich ganz schnell dahinschwinde.

Nun gut, mein Freßrausch war vollbiologisch und ausgesprochen gesund. Man kann sich eben auch mit figurfreundlichen Sachen "befressen" - es müssen nicht Eis, Chips, Pizza und Co. sein.

Heute beginne ich wieder frugal. Bin gespannt, wo das endet.


7.9.06

Das war dann doch zuviel des Hungers, der sich nach den Obstfrühstücken eingeschlichen hatte. Heute mildere ich es ab, indem ich das Obst gleich mit Joghurt, Nüssen, Mandeln und Sonnenblumenkernen zusammen verspeise. Dann hält die Sättigung an, voraussichtlich bis weit in den Nachmittag.


8.9.06

Jeden Hunger versuche ich duch Essen zu stillen. Den Hunger nach Anerkennung, nach Zuneigung, nach Erfolg, nach Frieden, nach Leben. Ist von irgendeiner Zutat zu wenig in der Suppe meines Lebens, würze ich mit Nahrungsmitteln solange nach, bis sie endgültig versalzen ist.


12.9.06

Wenn ich andererseits Dinge nicht erreichen kann mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln, sage ich mir: Jetzt nimmst du erst mal ab, und dann kommst du auch auf diesen oder jenen Berg rauf oder wirst für diesen oder jenen Menschen interessant.

Statt einfach mal die Wanderschuhe anzuziehen und loszugehen oder mit der Person einen Plausch anzufangen.

Bin ich doof.


13.9.06

"Ich war nicht gekommen, um den Everest um jeden Preis zu besteigen. Ich war gekommen, um ihn kennenzulernen, in all seiner Größe, Schwierigkeit und Härte, und ich war entschlossen, auf den Gipfel zu verzichten, falls ich nicht fähig sein sollte, ohne Atemmaske hinaufzusteigen."

R.Messner


Verblüffend, wie dieser Mensch Gedanken in Worte faßt, die genau das ausdrücken, was ich sagen möchte.
"Ich bin entschlossen, auf die Traumfigur zu verzichten, falls ich nicht fähig sein sollte, sie ohne Diät zu verwirklichen."


15.9.06

Spätsommer. Wie er schöner nicht sein kann. Nur daß die letzten Bienen morgens immer ins Zimmer geflogen kommen, weil ich die Terrassentür schon weit vor Sonnenaufgang öffne, um zu lüften, stört ein wenig. Dauert, bis ich die alle wieder vorsichtig vor die Tür getragen habe.

Es wird Zeit. Zeit weiterzumachen auf dem Weg nach "unten". Über etliche Monate habe ich die mehr als 30 Kilo Differenz gehalten. Mit ganz und gar alltäglicher Ernährung - wenn man davon absieht, daß der Anteil an Vollwertkost stark überwog. Jetzt habe ich Lust auf mehr. Beziehungsweise weniger. Klardas.


18.9.06

Grummeltag. Bin total grummelig. Aufbruchstimmung. Rucksack ist gepackt, Schuhe sind geschnürt, Wetter günstig. Hab genug von meinem Plateau, zu lange darf die Stagnation nicht dauern, sonst verliere ich den Blick für den Weiterweg. Es hat prima geklappt mit dem Halten des Gewichts. Wenn ichs mir jetzt aber zu bequem mache, könnte es sein, daß ich dem Bäuchlein wieder beim Wachsen zuschauen kann. Und das ist das Letzte, was ich will.

Rucksack auf, ein lautes Tschüß in die Runde geworfen und los gehts. Mir steht der Sinn nach neuen Ufern.


19.9.06

Der erste, immer sehr ungemütliche Tag ist geschafft. Der Einstieg zurück in die komplette Vollwertkost, mit Bioteilchen als kleinem Trösterchen.

Ich bin immer versucht, zum Start zu sagen: "Jetzt ess ich weniger, jetzt fang ich mit einem ganz besonders guten Tag an." Was man sich im Überschwang so alles denkt.

Aber das werde ich schon bleiben lassen. Ich futtere gemächlich und nach Hunger meine Vollwertkost und schaue mir selbst wieder ganz brav beim langsamen Abnehmen zu. So und nicht anders.

Eine liebe Freundin, die im eigentlichen Sinne noch nicht mal übergewichtig ist, hat jetzt mit Vollwertkost in Kombination mit Weight Watchers (also Punktesystem mit Vollwertprodukten) innerhalb nur weniger Wochen 4 Kilo abgenommen. Find ich genial, diese Kombination.


20.9.06

Der war gut, der 19.. Habe mich eines überwiegenden Eiweißtages bedient, um umzuschalten. Macht satt und zufrieden, jedenfalls tageweise. Und läßt die Waage erst mal einen Satz nach unten tun. Hebt die Stimmung zum Einstieg gewaltig.


21.9.06

Na bitte. Das flutscht doch. Wie immer, wenn ich nur den Dreh wiederfinde.

Montag Grummeltag (meine Mitmenschen kennen das und gehen in Deckung), Dienstag und Mittwoch lecker, sättigend und mit Betonung auf Eiweißkost gegessen, schon sind gute drei Pfündchen wieder weg. Stimmung bestens, auch unabhängig von der Waage, ich fühle mich einfach zum Bersten gut.


22.9.06

Wenn es so richtig zu laufen beginnt, fallen die Tagebuchaufzeichnungen deutlich schwerer. Der Rhythmus ist da, die Schlagzahl stimmt, wie bei einem Ruderer. Nichts lenkt mehr wirklich ab. Hie und da ein Ziepen. Was beim Sportler ein Muskel ist, der sich bemerkbar ist, übernimmt beim Abnehmenden der Appetit, der immer mal wieder Vorschläge in die Diskussion bringt, die sich einfach verbieten. Aber er läßt mit sich reden. Kriegt was anderes Gutes, dann gehts.

Drei Tage so gegessen, wie ich es mir vorstelle - und schon sind 2,2 kg weg. So kenne und liebe ich das. Sicher, das ist das hohe Anfangstempo inclusive Wasserverlust, aber da ich meine Mahlzeiten sehr reichlich gestalte, ist da schon eine ganze Menge Greifbares dabei.

Das Rezept von gestern abend setze ich euch in die Rezeptespalte. Hackfleischpfanne auf ganz simple und leckere Art.


23.9.06

Nun läßt mich der Gedanke an Kreisläufe nicht mehr los. Der Kreislauf des Essens und des Unglücklichseins. Essen wegen des Unglücklichseins, Unglücklichsein wegen des Essens.

Es ist eigentlich egal, wo wir ihn unterbrechen. Ob wir anfangen, uns aus irgendeinem Grund glücklich zu fühlen und deshalb nicht mehr so viel Zeugs futtern, oder ob wir abnehmen und merken, daß es klappt und die Pfunde purzeln und wir uns aus diesem Vorgang den nötigen Schub fürs Leben holen.

An irgendeiner beliebigen Stelle müssen wir den Kreis durchbrechen. Uns zum Glücklichsein oder zum Abnehmen felsenfest entschließen.


24.9.06

Das war ein herrlicher Samstag. Gearbeitet wie "Ferkelswilhelm", gegessen genau so, wie ich es mir vorstelle, und pudelwohl dabei gefühlt.

Ein paar nette Menschen machten mich darauf aufmerksam, daß das ja wohl ziemliches Low carb war, was ich da in der 38. Kalenderwoche praktiziert habe, vom Montag mal abgesehen. Und ich muß ihnen zustimmen. Es war nicht so vorgesehen, aber es hat sich einfach ergeben. Aus meinem Appetit und aus der Bestätigung durch die Ergebnisse auf der Waage.

Es ist verblüffend, welche Sättigung diese Mahlzeiten aus Gemüse, Salaten, ein wenig Obst, Joghurt, Mozzarella, Schafskäse, etwas Fleisch und Fisch doch ergeben. Wie vollkommen abwesend jeglicher Hunger, jedweder Schmacht dabei ist. Wie produktiv ich bin, wie frisch auch nach zehn oder mehr Stunden Arbeit. Beglückend, auch wenn dieses Wort irgendwie doof klingt.

Der Samstag hat normalerweise den Nachteil, daß ich abends platt bin. Klar, nach einer vollgestopften Arbeitswoche mit dem Samstag als "schlimmstem" Tag, da bin ich in der Regel platt wie ein Pfannekuchen. Aber gestern: nichts dergleichen. Die objektiv sehr bescheidene Abendmahlzeit hat mich komplett gesättigt und in keiner Weise belastet. Ich hätte durcharbeiten können. Manno.

Also dann, mach ich halt jetzt eine LC-Phase, bis sie mir vielleicht doch irgendwann zum Hals raushängt. Ich habe allerdings das Gefühl, daß das noch ein wenig dauern wird.


25.9.06

Montag. Es ist tatsächlich Montag. Das Schlimmste für diese Woche ist überstanden.

Der Sonntag war immer der Knackpunkt für meine Ernährung. In der Woche ist es leicht, geregelt zu essen. Die Arbeit bestimmt den Rhythmus, ich kann alle Speisen vorbereitet mitnehmen.

Sonntags dagegen ist freies Familienprogramm angesagt. Die Kunst besteht darin, sich nicht in den allgemeinen Rhythmus so weit einbeziehen zu lassen, daß man die Marmeladenbrötchen, die Weckchen, die Pizza und die Buttercremetorte mitfuttert. Ich frühstücke daher vor den anderen und koche mir auch die restlichen Mahlzeiten selbst. Denn wenn ich hungrig bin und die Sippschaft das leckere Zeugs auffährt, ist alles aus.

Vorbeugen heißt die Devise für Sonn- und Feiertage. Grade beim Neustart kann mich ein verpatzter Sonntag ganz schön aus der Bahn werfen. Pustekuchen.


26.9.06

Die erste Woche wieder kontrollierterer Ernährung ist durch. Vollkommen streß- und hungerfrei, gänzlich unkompliziert, was die Ernährung angeht.

Dieses völlig Unkomplizierte ist in gewisser Weise ein Unterschied zu früheren Startwochen. Daß es klappt, daß ich dabei 2,4 kg abnehme (vom höchsten erreichten Punkt aus gesehen, nicht etwa im Wochenschnitt), das ist nicht ungewöhnlich. Aber daß ich dabei "satt un drüsch" (satt und trocken), wie man in Köln sagt, durch die Welt laufe und nicht einmal "Schmacht" auf irgendetwas empfinde, das ist in der Form auch für mich nicht ganz alltäglich.

Die Einschränkung der Kohlenhydrate hat bislang keinen Heißhunger etwa auf Brot oder Nudeln verursacht. Wenn der kommt, gibts die Teile natürlich auch (dann in Montignacscher Kombination), wenn er aber nicht kommt, auch schön, dann gehts weiter wie in der 38. KW.


28.9.06

Gestern kein Eintrag. Hab mir die rechte Schulter angeschlagen, konnte nur links tippen. Doofes Gefühl.

Wohl auch etwas Temperatur dabei gehabt, also der klassische kleine Herbstanflug irgendeines Infektchens. Halb so wild, aber lästig.

Gestern kam dann auch der große Appetit auf Vollkornbrot. Wurde zweimal sehr gründlich gestillt. Lecker. Doch, so läßt es sich leben.

Werd die Schulter schonen und jetzt Schluß machen. In der nächsten Tagen sicher wieder mehr.


30.9.06

Es gibt Tage, an denen ist das einzig Gute, daß man nicht mal Appetit hat und der Figur nutzt. Der 29. wird als solcher in dieses Tagebuch eingehen. Abgesehen vom Erfolg auf der Waage hätte es das Datum wohl nicht unbedingt zu geben brauchen.

Wie satt zwei Mozzis und etwas Salat mit Schafskäse machen können, wird mir immer nur an Tagen klar, an denen das Essen auch in meinem Kopf eine vollkommen untergeordnete Rolle spielt. Bei guter Laune und Geselligkeit ist die Gefahr wesentlich größer, ohne Hunger zu essen. Vielleicht sollte ich ein Abo auf Stunk und Griesgrämigkeit abschließen? Für die Dauer der Kilokorrektur zumindest.