November

 

1.11.04

Wenn ich daran denke, wie ich mich früher mit den Diäten gequält habe, kommen mir noch im nachhinein die Tränen.

Ich verstoße gegen alle Regeln, die mir bekannt sind. Es gibt tatsächlich nichts, was ich nicht essen könnte (wenn auch nicht drei mal täglich). Ich nehme das zu mir, was ich wirklich gerne esse.

Kartoffeln, schwimmend in Öl oder Butter, ein Frevel für Glyx – Ritter und Kalorienspießer. Eier und Wurst und Käse dazu, welch ein Verstoß gegen die Trennkostvorschriften, ganz zu schweigen vom Käse-Fluch einer Judy Mazel, Kuchen und Teilchen einmal am Tag, da hat wirklich niemand mehr Verständnis. Und du nimmst wirklich nichts ein? NEIEN!!!!

Es geht. Es gibt ihn, den Maßanzug für jeden Dicken, den Speisezettel, nach dem er sich die Finger leckt und der ihn schrumpfen lässt. JAWOHL!!!!


4.11.04

Das war ein kleines Bisschen zuviel am Sonntag. Aber derartig hohe Feiertage haben wir zum Glück nur selten. Beim nächsten Anlass werde ich es ähnlich, aber ein wenig moderater angehen.

Genau das, was sich in den ersten drei Tagen dieser Woche zeigt, laste ich dem Alkohol in meinem Ernährungsplan an: er wirft mich unweigerlich für ein paar Tage aus der Bahn. Er ist daher das einzige, das ich nach Möglichkeit ganz meide.

Es macht aber auch Spaß, das Ruder nach solchen Tagen wieder langsam in den Griff zu bekommen.


7.11.04

Es gibt nicht viel zu schreiben. Alles läuft, wie es laufen soll. Kein Grund für Änderungen.

Der pfundige Sonntag mit Familienfeiertag war nach 3 Tagen ausgeglichen, danach nahm die Gewichtskurve dann erwartungsgemäß Fahrt nach unten auf. Die Ernährung ist lecker, der Kandidat isst bis zur vollkommenen Sättigung, und das, wonach ihm gelüstet, wird in den Essensplan eingebaut. Stimmung und körperliche Verfassung ausgezeichnet.


9.11.04

Der Montag entwickelt sich zum Anhängsel des kulinarischen Sonntags. Der Appetit ist nach den Genüssen vom Vortag enorm, ohne kleine Extras wäre der Montag wenig angenehm.

Die Handhabung mit diesen beiden Tagen als „Wochenende“ bringt eine schöne Entspannung und Lockerung. Nach fünf „gesunden“ Tagen lasse ich so sehr angenehm Gaumen und Seele baumeln. Der Erfolg wird dadurch nicht in Frage gestellt, im Gegenteil, die eingeschobene Völlerei signalisiert dem Körper „Alles in Ordnung, kein Nahrungsentzug, kein Grund, Vorräte zu bunkern“. Danach ist er dann gerne bereit, wieder einen schärferen Schritt anzunehmen.


17.11.04

Es läuft so gut und so von selbst, dass ich kaum noch daran denke. Insofern fallen zumeist auch die Tagebucheinträge aus. Der derzeitige Ernährungsablauf passt gut in meinen Arbeitsrhythmus und lässt keine Wünsche offen. Solange das so bleibt, werde ich nichts ändern.


18.11.04

Genau so stelle ich mir auch die Zeit „danach“ vor, die Zeit also, nachdem ich mein Wunschgewicht erreicht habe und auf Dauer behalten möchte: ein oder zwei Tage die Woche „Schlumpfen“, also essen, was schmeckt, den Rest der Woche mit ein oder zwei Freuden am Tag einen vernünftigen Essensplan verfolgen.


24.11.04

Es ist wichtig, aus dem reinen Nachahmen von Erfolgsdiäten zum eigenständigen Beobachten und Anwenden zu gelangen. Es wird uns viel vorgekaut, was dann so und nicht anders zu tun sei, um erfolgreich abzunehmen. Dabei verlieren wir allzu leicht die uns gegebene Fähigkeit, als eigenständiges Geschöpf die uns zustehende eigenständige Lebensform durch Ausprobieren, Erfolge und Misserfolge aufzuspüren. Auch meine Homepage gibt daher kein Rezept zur Nachahmung, sondern bietet eine Vielzahl von (Denk-)Ansätzen, von losen Fäden, die ein jeder nach Gutdünken für sich aufnehmen und verfolgen kann.
Wir müssen lernen, in uns hineinzuhorchen und uns selber zu fragen: Habe ich jetzt Hunger? Worauf habe ich Hunger? Wie ist mir das Essen bekommen? Fühle ich mich nach der Mahlzeit befriedigt oder stehe ich hungrig vom Tisch auf? Bekomme ich von der angeblich richtigen Ernährung Sodbrennen und Blähungen? Ist sie dann überhaupt richtig für mich? Macht mich das Essen müde und lustlos? Schiebe ich, weil es nun einmal alle tun, den ganz falschen Nahrungsmitteln die Schuld für meinen Bauch in die Schuhe?
Loslassen der alten Diätvorstellungen und den jungfräulichen Boden unseres Ernährungsackers neu und nach eigenen Ideen bestellen, das ist der Leitspruch.
Beobachten, was sich wie verändert und den sich daraus für uns persönlich ergebenden Gesetzmäßigkeiten folgen, das ist  das Rezept.
Von außen werden immer neue Samenkörner hereinwehen, die aufgehen werden, falls sie auf unseren Acker passen. Samenkörner in Form von Ideen, Auskeimen in Form von Ausprobieren und Gedeihen im Falle des Funktionierens in Form von Beibehalten als Gewohnheit.