Nackt gut aussehen

 

Ich will nackt gut aussehen.
                          

 

Ich berufe mich natürlich stets auf tausend andere Gründe, aber im Kern ist es die pure Eitelkeit, das Gefallen-Wollen, das mich treibt, meinen Bauch abzuschaffen.
 

Nicht edel? Soll ich denn gleich zu Beginn lügen?
Das bin ich im Mai 2004.
Johannes, 42 Jahre, 127,7 Kilogramm.
Ein fröhlicher Dicker, mopsfidel und kerngesund, nur etwas unförmig.

Will abnehmen. Eine möglichst großen Zahl von Kilos mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit, Geld und Schindereien. Letztere am liebsten gar nicht, denn das Leben soll Spaß machen, ganz besonders beim Abnehmen.

Wie? Nach Bedarf.

Kenne praktisch alle Methoden, Gewicht zu verlieren, aus eigener Erfahrung – kämpfe  schließlich seit Jahrzehnten mit meinen Pfunden.

Hollywood – Star – Diät, Judy Mazel, Fit for Life, die Diamonds, Null-Diät, Lubig Kur, Montignac, Glyx, Atkins, Weight Watchers, Schnitzer, Jacques Moron, Petrasch, Farb-Diät, Mond-Diät, nur noch Nudeln, bloß keine Nudeln, Kartoffeln gut, Kartoffeln schlecht, Waldlauf, Gewichtheben, gab es alles schon.               

Ich werde die vielen Ideen, die hinter diesen Methoden stecken, verwenden, wie ich meinen Werkzeugkasten verwende: ich nehme mir jeweils das Teil heraus, das ich gerade brauche. Einige verwerfe ich vorher schon als für mich ungeeignet – Atkins scheidet genauso aus wie alles, was zu einseitig ist oder etwa mit der Reduktion von Kalorien oder der vermehrten Verbrennung über die Anregung der Schilddrüse arbeitet – anderes benutze ich häufig, manches nur ergänzend oder wenn es mal „klemmt“. Irgendwelche Wundermittel oder Pillen  werde ich nicht einsetzen.

 

Von jetzt an nur noch Diät?


Nein. Was ich zu tun gedenke, ist nicht das, was wir allgemein Diät nennen. Es ist „Diät“ im eigentlichen Sinne des Wortes, eine „Lebensweise“, ein Umbau meines Speiseplanes und meiner Lebensgewohnheiten. Feiertage und Ferien werden dabei wie Feiertage und Ferien behandelt. Ich will ja kein dürrer Miesepeter werden.
 

 

Vorbereitung

Ich starte nicht ins Blaue hinein. Ich habe reichlich Erfahrung im Umgang mit Diäten und mit meinen Reaktionen darauf. Außerdem nutzte ich die vergangenen Monate, um mich aufmerksam zu beobachten. Alles, was ich gegessen und getrunken habe, alle guten oder schlechten Wirkungen des Gegessenen und Getrunkenen habe ich mir aufgeschrieben. Ich habe herumprobiert, Dinge fortgelassen, Speisen hinzugefügt. Immer habe ich ganz neutral mitgeschrieben und ausgewertet. Aus diesen Auswertungen resultieren die Veränderungen, die ich nun nach und nach einführen werde und deren Wirkung ich auf dieser Homepage festhalte.

 

Gewichtskontrolle

Das Wiegen und das Beurteilen des Ergebnisses ist ein Knackpunkt aller Diäten. Die Seele des Abnehmenden wird dabei gedehnt und gequetscht wie ein Gummiball.

Da verschwinden die Kilos zu Beginn wie von Zauberhand, und da isst man einmal ein Stück Kuchen, und der ganze Erfolg scheint für die Katz.

Das tägliche Wiegen ist nur eine Momentaufnahme.

Es kann völlig unvermittelte Sprünge in beide Richtungen geben: Da erlauben wir uns einen Fehltritt in unserem Speiseplan, und am anderen Tag sind dennoch drei Pfund weniger zu verzeichnen. Eine Woche später sind wir streng und brav und verkneifen uns alles, worauf wir Appetit haben, um tags darauf völlig unerwartet 2 Kilo mehr auf der Waage zu finden. Das ist dann häufig das Ende der Fahnenstange.

Deshalb wiege ich mich zwar täglich, in mein Diagramm füge ich aber nur das Durchschnittsgewicht einer Woche ein, wobei ich die Ergebnisse von Montag bis Sonntag zusammenrechne und dann durch 7 teile. Das Resultat ist bedeutend aussagekräftiger.

Da ich sonntags nicht auf meinen Kuchen aus der Konditorei Kroppenberg verzichten möchte - wer in der Nähe von Bergisch Gladbach wohnt, sollte den unbedingt einmal probieren – und auch die Gemütlichkeit mit der Familie voll auskoste, was traditionell mit Essen zu tun hat, ist der Montag der Tag mit dem voraussichtlich höchsten Gewicht. Da ist es ganz gut, wenn er die Reihe der 7 Tage anführt – ab Dienstag kommen dann wieder die Erfolgsmeldungen.

Diese Handhabung verhindert, dass ich mich „heißlaufe“, indem ich immer und immer dem Rest der Familie beim Futtern zusehe und mich selbst bedauere, weil ich mir die feinen Sachen verkneifen soll. Aber ich verkneife mir nichts, ich dosiere es lediglich.

Die Mengen des Essens werden nicht begrenzt. Es wird gegessen, bis die Sättigung eintritt. Wenn beim Abnehmen die Menge der Nahrung begrenzt wird, fördert das nur die Gier. Ein Mensch, der nicht satt wird, frisst bei erstbester Gelegenheit alles in sich hinein, was er greifen kann, um diese Erfahrung nicht zu wiederholen. Essen ist gut, Essen ist unverzichtbar. Wenn ich nicht mehr satt werden soll, bleibe ich lieber fett. Aber ich werde satt – garantiert!

 

In meiner „Buchführung“ wird vom 18.10.2004 an alles notiert, was ich esse und trinke (Wasser nicht, das trinke ich ganztägig und bei jeder Gelegenheit reichlich). Mengenangaben sind nicht unbedingt dabei, für gewöhnlich esse ich Schwerarbeiterportionen

 

Das Gewicht morgens nüchtern nach dem Aufstehen und dem Gang ins Bad wird als erstes aufgeschrieben.

 

Copyright ©Johannes Möbus