Mai

 

2.5.07

Habe das Bedürfnis, eine Weile morgens nicht auf die Waage zu steigen. Am Essen wird das vermutlich nicht viel ändern, aber der Selbstbeobachtung möchte ich einen Urlaub verpassen.

Es stehen die letzten gut drei Wochen der ersten drei Jahre bevor, kein schlechter Zeitpunkt, um den ersten Gedanken morgens einmal anders zu gestalten.


7.5.07

Das war die Notbremse. Stopp mit Aufschreiben, Stopp mit ständigem Drandenken. Stopp mit Heisslaufen.

Warum ich sie gezogen habe, wird mir jetzt erst klar. Sicher, ich merkte, dass es eher rückwärts als vorwärts ging. Dass zwischen dem, was ich mir morgens vorgenommen hatte und dem, was ich im Laufe des Tages tat, erhebliche Abweichungen festzustellen waren. Vor allem war nicht zu übersehen, dass ich geradezu die Lust verlor, meinen eigenen "Befehlen" zu gehorchen. Irgendwas war durcheinander geraten.

Allmählich kann ich es greifen. Verstehen, wo der Fehler lag.

Mein Verlangen, die Kilos weiter zu schrumpfen, hatte das Übergewicht gewonnen gegenüber der ausgelassenen Freude, die ich während der vergangenen knapp drei Jahre dabei empfunden hatte, einfach das zu tun, was ich tat. In Kurzform könnte man sagen, ich hatte den Spass am Abnehmen verloren. Der Blick war starr nach vorne auf mein Ziel gerichtet. Das, worauf es ankommt, das, was ich jeden Tag für die Erreichung zu tun hatte, machte keine echte Freude. Und das ist wohl der schwerste Fehler, den ich machen kann, wenn es "gut" werden soll.

Jetzt habe ich alle Ziele "gelöscht". Ich weiß noch, in welcher Himmelsrichtung sie zu finden sind, aber erst einmal sind sie weg. Und schon genieße ich den Tag wieder. Schon ist neben dem "Verlangen" nach Erreichung auch das "Verlangen" nach "GenaudasRichtigenichttun" verschwunden. Jetzt schnippel ich meinen Salat, weil es ich mich auf ihn freue - und nicht, weil ich mir für heute vorgenommen hatte, mittags "nur" einen Salat zu essen.

Ziele können uns erdrücken. Sie auf Biegen und Brechen zu verfolgen ist der beste Weg, sie niemals zu erreichen.


26.5.07

Es wird wieder Zeit.

Zeit, was ins Tagebuch zu schreiben, Zeit, den Faden wieder aufzunehmen. Drei Jahre werden es heute. Drei Jahre der Beschäftigung mit der Figur, dem Abnehmen. Am 27.5.04 entstand mein Höchstgewichtsfoto, an diesem Tag hab ich angefangen, mein Figurbewusstsein langfristig zu schärfen. Jetzt waren ein paar Wochen Ruhe dringen nötig, ein Urlaub von der eigenen Methode. Schön waren sie, und kaum anders als die Zeit davor, nur dass ich nicht ständig beobachtet und aufgeschrieben habe. Mein Verhalten in Bezug auf Küche und Essen ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ein paar (unbedeutende) Kilochen hab ich eingebüßt in den vergangenen Monaten, aber dafür habe ich den Kopf wieder frei, fühle mich durch und durch gelockert für den weiteren Weg. Weiß jetzt wieder, wie gelegentliche Pommes oder Bratkartoffeln schmecken, wie wenig sie mich im Grunde begeistern, wie frisch und munter ich mich nach meinem Tomaten-Mozzarella-Salat im Vergleich zur handelsüblichen Kost fühle. Kurz, ich habe den Ausflug in die alte Welt genossen und festgestellt, dass ich da längst nicht mehr hinein gehöre.

Ein paar Tage oder Wochen werde ich mir noch geben, und dann kommt der Moment, wo ich mein Ränzlein schultere und Neuland gewinne. Also keine Sorge, diese Homepage hat noch viel vor sich. Neue Ideen, verfeinerte Techniken und viel viel Schriebsel vom Johannes.