Juli

 

25.7.04

Ich bin ein glücklicher Mensch. Ich habe ein Ziel.

Ich möchte die Touren durch die Berge wiederholen, die ich als Jugendlicher unternommen habe, ich möchte mich wie ein Fischotter durchs Bett bewegen, ich möchte mir die Schuhe ohne Zuhilfenahme einer Treppenstufe zubinden. Ich möchte kräftig abnehmen.

Heute habe ich begonnen, meinen Abnehm-Lehrgang zu schreiben. Notizen und Ideen habe ich seit Jahren kiloweise gesammelt. Die werden mich ganz schön beschäftigen.

 

26.7.04

Ich weiß, wie es geht. Ich habe mir, wie beim Bergsteigen, die Route ausgeguckt und im Anfangsteil das Gelände erkundet. Bin schon mal ein paar Kilo in Richtung Gipfel gestapft, es ging gut, fast problemlos. Ich weiß, worauf es ankommt, ich rüste mich nun aus und trainiere, was sich trainieren lässt.

Der Probelauf liegt ein paar Monate zurück, aber er war sehr ermutigend. Die Technik habe ich drauf, die Kondition muss noch kommen.

Ich werde mich auf das konzentrieren müssen, was ich Neues zu erledigen habe. Das veränderte Einkaufen, die anderen Rezepturen. Ich richte mich an meiner Arbeitsstelle so ein, dass ich bevorraten und auch Essen zubereiten kann. Mit etwas Zeit und Disziplin ist das zu schaffen. Ich werde niemanden in die Arbeiten mit einbinden. Wenn etwas schief geht, dann war das mein Fehler. Und mit mir bin ich immer noch klargekommen.

 

27.7.04

Ich mache es so, wie ich auch mit Bauch bisher immer noch auf die Zweieinhalbtausender gekommen bin. Ich beginne so extrem langsam, dass ich nicht einmal schwitze oder gar aus der Puste komme, dass sich kaum mein Puls beschleunigt. Ich trabe so gemächlich vor mich hin, als wollte ich nur die nächstgelegene Almhütte erreichen, und das auch nur knapp vor Sonnenuntergang. Ich habe Zeit, sagenhaft viel Zeit.

Morgen fange ich an, mich zu wiegen und zu notieren, was ich zu mir nehme. Nur einfach aufschreiben. Das Gewicht gar nicht registrieren. Nur notieren.

 

Copyright ©Johannes Möbus