Buchführung

 

Buchführung

über Essen, Trinken und alles, was Einfluss auf das Gewicht haben könnte



 

Vorgeschichte

Das Foto, das mich auf meiner „Nackt-gut-aussehen“-Seite so aufreizend rundlich wiedergibt, wurde aufgenommen im Mai des Jahres 2004. Es präsentiert mich mit meinem stolzen Rekordgewicht von 127,7 kg.

Bis Mitte Oktober 2004 habe ich herumprobiert, was Essen, Trinken, Spazieren, Wandern und mehr oder weniger Stress im Alltag angeht. Strenge Tage wechselten mit dem glatten Gegenteil, einzelne Bestandteile meines Ernährungsplanes wurden mal wochenweise fortgelassen, mal bewusst übertrieben.

Diese Versuche haben mir einige Fingerzeige geben können auf Dinge, deren Veränderung bei mir durchführbar war und einen Sinn machte. Manches andere konnte ich aussortieren als für mich einfach nicht geeignet, sei es aus praktischen Gründen, sei es, dass die Theorie der Diät – Päpste einfach nicht gepasst hat.

Es ging lustig rauf und runter auf der Waage in dieser Zeit. Unter dem Strich sind mir sieben Kilo Gewichtsverlust geblieben, über die ich mich sehr gefreut habe und die ich als Startkapital mit auf den Weg nahm.

 

Was ich zunächst änderte

 Ich stürzte mich nun nicht Hals über Kopf in irgendeine Diät.

Wie ein Kind, das zuerst lernt, sich mit den Armen aufzustützen, bevor es krabbeln kann oder gar zu laufen beginnt, änderte ich zunächst nur Kleinigkeiten, und die auch nur behutsam nacheinander.

Drei Dinge waren mir besonders aufgefallen:

Ich futterte fürchterlich viel süßes Zeug.

Ich trank Unmassen von Kaffee, oft im Bereich von weit mehr als zehn Tassen pro Tag.

Ich hatte mich daran gewöhnt, wenn auch nicht täglich, so doch mehrfach pro Woche ein paar Gläschen Bier oder gelegentlich auch ein Obstschnäpschen zu mir zu nehmen.

Aus der Beobachtung meiner Gewichtskurve unterstellte ich dem Zucker und dem Alkohol, dass sie eine Steigerung meiner Kilozahl begünstigten. Dem Kaffee warf ich vor, dass er meinen Appetit über die vernünftigen Maße hinaus anregte.

Drei Punkte also, die ich ändern wollte.

Welchen zuerst?

Der Zucker war gewiss der zentrale Störenfried, aber ich wusste, dass ich auf ihn am schwersten verzichten konnte. Daher entschied ich mich dafür, zunächst mein abendliches alkoholisches Entspannungsgetränk zu streichen. Das fiel mir leicht, ich wusste, dass ich es nicht vermissen würde. Und wenn mir diese leichte Übung gelang, würde ich gleich viel zuversichtlicher sein, was schwierigere Aufgaben anging.

Von jetzt an ließ ich alkoholische Getränke weg, hohe Feiertage ausgenommen.

Nachdem das ein paar Tage lang geklappt hatte, konnte ich an den Kaffee herantreten. Ich hatte Ferien und konnte es mir leisten, auch mal ein wenig dusseliger durch die Welt zu laufen. Da ich ohne Kaffee aber eine weniger gute Verdauung besaß und mich auch sehr an den „Pepp“ gewöhnt hatte, den dieses herrliche Getränk verleiht, habe ich nicht den Fehler gemacht, ihn ganz zu streichen. Ich habe mich bemüht, die tägliche Menge von über zehn Tassen auf maximal fünf zu senken. Das war eine Verbesserung um mehr als 50 %, und sie hat ihren appetitsenkenden Zweck erfüllt.
Inzwischen achte ich nicht mehr auf die Kaffeemenge, ganz so viel wie früher ist es aber sicher nicht mehr.

Meinen schwersten Kandidaten hatte ich an die dritte Stelle gesetzt. Auf den Zucker wollte ich erst dann verzichten, wenn das mit dem Bierchen und dem Kaffee sich zufriedenstellend entwickelte. Die reduzierte Kaffeemenge hatte wunschgemäß den Appetit gedrosselt und mir den Einstieg in die zuckerfreie Zeit erleichtert.

Da die Zuckerkarenz bei mir einen furchtbaren „Schmacht“ hinterlässt, habe ich mir für die Sonntage eine Sondergenehmigung erteilt. So habe ich stets etwas zu freuen und es kann sich nicht eine solche Wut über das „Nicht-Dürfen“ aufbauen, dass ich eines Tages das gesamte Süßigkeitenregal  leer kaufe. Wenn der sonntägliche Dispens nicht reichet, baue ich mir täglich irgendwo eine kleine süße Sache in meinen Essensplan so ein, dass sie keinen Schaden anrichtet.

Und wenn der Faden mal gänzlich reißt, dann hat das Abnehmen eine kleine Pause und macht anschließend doppelt Spaß.


Zeichenerklärung:

A - Appetit
H – Hunger
RH – Riesenhunger

G – Geselligkeit
L – Langeweile
S – Stress
F - Frust

Gründe fürs Essen, gelegentlich notiert seit dem 12.5.05

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