Angst

 

Angst

Was nun folgt, ist leicht gesagt. Soviel ist mir auch klar. Aber dennoch ist es wert, bedacht zu werden. Außerdem sage ich es zu mir selbst, es braucht mir niemand zuzustimmen.

Trenne dich von deinen Ängsten. Genieße jeden Moment, die guten sowieso, aber auch die schlechten als Chance zum Lernen und zum Wachsen.
Du kannst nichts falsch machen.
Wovor haben denn alle Angst? Mir fallen immer zuerst die „Respektpersonen“ ein: Eltern, Lehrer, Chefs, Gott und gleichgestellte.

Wenn du Kinder hast, dann weißt du: du wirst sie immer lieben, egal, was sie tun. Und wenn der Gott, vor dem sich alle so fürchten, wirklich eine Vaterfigur ist, wird er dir auch nichts verübeln.

Die Angstmacherei, mit der unsere ganze Welt heute funktioniert bis hin zu der Androhung, dass dir die Tür zum Himmel verschlossen bleibt, ist ein Mittel der Machtinstitutionen, mit dem sie ihre Macht begründen und behalten. Die Mafia zündet dir dein Restaurant an, wenn du nicht bezahlst, die feineren Herren schicken dich erst nach deinem Tod zum Teufel.

Inzwischen haben wir Angst vor allem: vor Menschen, Tieren, Bakterien, Viren, Cholesterin, Krebs, Inflation, Arbeitslosigkeit, Arabern und Mundgeruch. Wer uns an die Leine legen will, der kauft sich einen seriösen Außendienstmitarbeiter, am besten mit Doktortitel, und macht uns mit väterlicher Stimme Angst. Ob die begründet ist oder nicht: wir werden dann schon brav sein.

Wir kaufen, was wir kaufen sollen, wir lassen uns untersuchen, wo wir uns untersuchen lassen sollen, wir wählen den, der uns die größte Angst gemacht hat für den Fall, dass er nicht gewählt wird, und irgendwann lassen wir uns noch gegen Erdbeben impfen.

Niemand kann seine Ängste wie ein Kleidungsstück ausziehen, aber verzichte mal eine Woche auf Fernsehen, Zeitung und Internet, rede mit deinen Nachbarn nur über die schönen Dinge des Lebens, und setz dich dann auf deine Gartenbank und stell dir lebhaft vor, dass du keine Angst mehr hast: keine Angst vor Lungenkrebs, keine Angst vor Einbrechern, keine Angst vor dem lieben Gott (der ist ja schließlich lieb). Spiel Sesamstraße: Was passiert dann, dann nämlich, wenn ich keine Angst mehr habe. Das ist ein fantastisches Spiel. Je öfter du es spielst, desto mehr färbt es auf deinen Alltag ab.

Ohne Angst bist du zum Fürchten.